Sammer und die Bayern oder der Geist den wir riefen

seit Tagen rauscht es im Blätterwald. Darf Matthias Sammer, seines Zeichens Sportvorstands des FC Bayern München die Mannschaft nach einem 2:0 Erfolg über Hannover kritisieren oder nicht? Ich selber bin mit Sicherheit kein Bayern Fan oder Bayern Insider.

Gerade deshalb reizt es mich dieses Thema aus einer relativ neutralen Position zu kommentieren. Matthias Sammer wurde vor über einem Jahr als Sportvorstand zum FC Bayern München geholt, weil die Bosse des FC Bayern einsahen, dass die Position des sportlich Verantwortlichen von jemandem mit Profil ausgefüllt werden muss. Der oftmals farblos wirkende Christian Nerlinger vermochte es nicht Profil zu entwickeln.

So entschloss sich der FC Bayern für die Position des Vorstands Sport Matthias Sammer, den damaligen DFB Sportdirektor zu verpflichten. Sammer gilt als ausgewiesener Fußballexperte, der bereits während seiner aktiven Laufbahn genügend Titel gesammelt hat um in München akzeptiert zu werden.

Darüber hinaus gilt Sammer als erfolgsbesessenes und unbequemes Alphatier. Gerade Alphatiere haben sie jedoch an der Säbenerstraße mit Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer zu genüge. Angesichts dessen hatte ich bereits im letzten Jahr meine Zweifel, ob Matthias Sammer der richtige Mann für den FC Bayern München ist.

Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass sich der FC Bayern, was ich angesichts des fortschreitenden Alterungsprozesses auch für richtig halte, in der Führungsetage neu „aufstellen“ will. So ist beispielsweise Uli Hoeneß seit dem 27. November 2009 Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG und damit formal nicht mehr Teil des operativen Geschäfts. Gleichwohl scheint er bei allen wichtigen Fragen, die „seinen“ FC Bayern betreffen ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. So war es wohl Hoeneß, der bei der Guardiola Verpflichtung die Fäden zog.

Hoeneß war es auch, der Matthias Sammer bezogen auf das Spiel gegen Hannover widersprach. Natürlich ist Hoeneß beizupflichten, wenn er sagt man bekomme angesichts Sammers Kritik das Gefühl, dass man sich für ein souveränes 2:0 gegen Hannover entschuldigen müsse. Gleichzeitig muss der FC Bayern aber wissen wen man vor über einem Jahr als Sportvorstand verpflichtet hat und man muss wissen, ob man diese „Sammer – Mentalität“ in seinem Verein haben möchte oder nicht. Gerade ein Uli Hoeneß wäre gut beraten sich zurückzuziehen und Matthias Sammer seine Arbeit ausführen zu lassen.

Matthias Sammer wiederum muss es bei aller Fachkompetenz gelingen seine eigene Besessenheit zu kontrollieren. Denn eines ist auch klar trotz einer Meisterschaft als Trainer mit Borussia Dortmund hat sich gezeigt, dass es gerade Sammers Besessenheit ist, die ihn auch als Trainer scheitern ließ.

Sollte Matthias Sammer dieses Problem nicht in den Griff bekommen wird er aus meiner Sicht auch beim FC Bayern München scheitern.