Uli Hoeneß und der FC Bayern

Ich möchte die gestrige Sendung von Maybrit Illner zum Anlass nehmen ein paar Worte über Uli Hoeneß und seinen Präsidentschaft beim FC Bayern München zu verlieren. Nachdem man in der gestrigen Sendung lang und breit über das anstehende Verfahren von Ex Bundespräsident Christian Wulff sowie insbesondere die Rolle der Medien diskutierte, wollte Frau Illner auch das Thema Hoeneß noch in Ihrer Sendung „abfrühstücken“. Dabei finde ich es zunächst mal unglaublich welche Lügen dem gemeinen Fernsehzuschauer in diesem Zusammenhang serviert werden. Insbesondere wurde so getan als sei Uli Hoeneß mit seiner Selbstanzeige per se schon schuldig gesprochen.

Dem ist nicht so zum einen gibt er mit der Selbstanzeige gemäß § 371 Abgabenordnung eine Berichtigung ab, über deren Wirksamkeit dann StA und Gerichts zu befinden haben, zum anderen gilt in Deutschland die Unschuldsvermutung. Das heißt jemand ist erst dann einer Straftat schuldig, wenn dies durch ein Gericht rechtsverbindlich festgestellt wird.

Dies geschieht eben nicht in irgendwelchen Talkshows durch ideologisch geblendete Grünen Politiker. Ein es chauffierte sich besagte Talkshow darüber wie Uli Hoeneß immer noch Präsident des FC Bayern München sein könnte.

Auch dies ist für mich absolut nicht nachvollziehbar aus folgendem Grund: Herr Hoeneß hat im Zuge seiner Selbstanzeige soweit die Medienberichte in diesem Punkt stimmen bereits seine Steuerschuld beglichen. Nun folgt im März ein Strafverfahren gegen ihn, wo ihm dann natürlich, wenn festgestellt wird das die Selbstanzeige unwirksam war, eine angemessene Strafe erwartet.

Warum soll Uli Hoeneß vor diesem Hintergrund nicht Präsident des FC Bayern bleiben? Es geht doch alles seinen rechtstaatlichen Gang. Warum versuchen Politiker und Medien mit dem Rücktrittsforderungen gegen Hoeneß gewissermaßen eine Strafe zu erfinden, die der Rechtsstaat nicht vorsieht? Warum soll ein Mensch der natürlich immense Fehler begangen hat direkt total demontiert werden?

Sollte Ulli Hoeneß nach dem Prozess im März eine Haftstrafe erwarten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird stellt sich die Frage seiner Präsidentschaft sowieso nicht mehr. Für den Fall einer Bewährungsstrafe hat er auf der Jahreshauptversammlung der Münchner Bayern am Mittwoch dieser Woche eine, wie ich finde vernünftige Lösung präsentiert, indem er dann die Vertrauensfrage stellen wird und die Mitglieder über seine weitere Präsidentschaft entscheiden lassen will. Dies erscheint mir juristisch korrekt, denn in diesem Fall sind es tatsächlich, so wie es vorgesehen ist die Vereinsmitglieder, die bestimmen wer in Ihrem Verein das Sagen hat. Es wird insbesondere von Politik und Medien nicht ausreichend verstanden, dass es sich für Uli Hoeneß um mehr als ein Amt handelt, der FC Bayern ist tatsächlich sein Lebenswerk, daher stünde ein Rücktritt von Hoeneß, gerade vor dem Hintergrund der beglichenen Steuerschulden völlig außer Verhältnis zu dem gegen ihn gerichteten Vorwurf.

In diesem Zusammenhang ist es vorbildlich, dass der FC Bayern zu seinem Präsidenten steht und sich nicht dreht wie ein Fähnchen im Wind.